| Zehn Jahre - Die autofreie Geschichte |
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Am 22. September 1998 initiierte die französische Umweltministerin Dominique Voyet einen "Autofreien Tag". Das Ergebnis: 35 Kommunen machten mit. 1999 fand Voyets Initiative sowohl in Frankreich (66 Kommunen) als auch in Italien (92 Kommunen) ein großes Echo. Sogar in den Autostädten und Wirtschaftszentren Marseille, Neapel, Turin, Florenz wurden die Straßen gesperrt. 22 Millionen EuropäerInnen erlebten begeistert ein neues Stadtgefühl; genossen die Möglichkeit sich entspannt auf der Straße zu bewegen, eine geringere Lärmbelästigung und eine verbesserte Luftqualität. Die Idee kam auch bei der Europäischen Union an. Für das Jahr 2000 riefen Präsident Romano Prodi und Umweltkommissarin Margot Wallström zum "Europaweiten Autofreien Tag" auf. Das Motto: "In die Stadt - ohne mein Auto!". Auf Antrag der GAL-Fraktion beteiligte sich im Jahr 2000 die Hansestadt Hamburg am ersten "Autofreien Tag" in der Bundesrepublik. In vielen Stadtteilen Hamburgs stellten Vertreter von Umwelt- und Verkehrsorganisationen interessante und vielfältige Programme auf die Beine. In St. Georg war an diesem Freitag die Verbraucherzentrale Hamburg unter dem Motto: "Weniger Autos - mehr Leben für St. Georg" aktiv. Gemeinsam mit einer Handvoll Engagierter vom Einwohnerverein von 1987 e.V., über BUND, der SPD, Stattauto car sharing AG, über den Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit ein paar Infotischen auf dem Biowochenmarkt auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz präsent und mobilisierten einen - wenn auch kleinen - Demonstrationszug über die Lange Reihe. Von 2001 bis 2003 entwickelte sich mit Unterstützung der Umweltbehörde die „Autofreie Lange Reihe“ zu einem der atmosphärisch schönsten Straßenfeste in St. Georg. Organisiert im Auftrag der Verbraucherzentrale Hamburg von Marina Friedt und Dirk Petersen mit den Gewerbetreibenden vor Ort und vielen engagierten Umweltaktivisten (siehe Fotogalerie). Doch während auch in anderen europäischen Kommunen der Zuspruch für diese Vision wuchs, fand in den nachfolgenden Jahren die "Autofreie Lange Reihe" in Hamburg keinen Zuspruch mehr. Nicht mal mit der "Woche der Mobiltität", bei der die Aktivitäten vom eigentlichen Datum, dem 22. September, auch gelegentlich um wenige Tage abweichen können, wollten die engagierten Umweltaktivisten und die Hansestadt in Sachen "Prima Klima" punkten. Inzwischen genießt Klimaschutz auch im Hamburger Senat wieder oberste Priorität - und der "Autofreie Tag" wird für einen der vier in diesem Jahr geplanten "Autofreien Sonntage" - einen Tag vorverlegt. Nun blicken alle gespannt auf Sonntag, den 21. September. Laut Klimabündnis sind weltweit in diesem Jahr bisher 165 Städte gemeldet. In Deutschland sind es bisher zwei: Chemnitz und Heide. Allerdings nehmen diese Städte an der "Woche der Mobilität" teil, ohne alle Kriterien der "Europäischen Charta" zu erfüllen. Bei der Aktion "In die Stadt - ohne mein Auto" passen sie. http://www.mobilityweek.eu/cities/participants_en.php?page=article |